Samstag, 30. Januar 2016

Angeltricks für die Faulenzermethode - Barsch & Zander

Dietmar Isaiasch trinkt keine Cola - er hängt nur seine Bleiköpfe darin ein!

Die Faulenzermethode auf Zander bringt viele Vorteile mit sich. Durch den passiven Führungsstil verleitet ihr die Zander zuverlässig zum Anbiss. Nun möchte ich euch zeigen, was ihr beim Fang großer Zander und Barsche beachten solltet. Außerdem soll es in diesem Beitrag um eine Vermutung gehen, die ich seit einem Vortrag von Dietmar Isaiasch aufgestellt habe!

Mögen kapitale Barsche und Zander kein glitzerndes Blei?
Vortrag von Dietmar auf der AngelWelt 2015

Warum die kapitalen Räuber keine glitzernden Bleiköpfe oder Drop Shot Bleie mögen und die kleineren Artgenossen darauf abfahren, lässt sich schwer beurteilen. Vermutlich führt die matte Korrosionsschicht zu einer Art Unbedenklichkeitswahrnehmung bei den Fischen. Fakt ist jedoch, dass die großen Räuber kein funkelndes Blei mögen. Als ich im November 2015 auf der AngelWelt in Berlin war, hörte ich mir einen Vortrag von Dietmar Isaiasch an. Interessant war die These, dass kapitale Fische das Blinken nicht mögen. Dabei war es doch genau dieser zusätzliche Reiz, der in vielen Glitzermaterialien und Blechködern eine zusätzliche Rolle spielen sollte? Was ist schon ein Blinker ohne typisches Blinken?

Matte Drop Shot Montage passiv führen!
Bleiköpfe vor dem Säurebad

Beim Streamerfischen und Blinkern bissen die Barsche besonders häufig, wenn ich viel Glitzermaterial verbaut hatte. Liegt es also wirklich am Glitzereffekt? Man könnte auch vermuten, dass die  kapitalen Fische irgendwie wittern, dass Blei toxisch wirkt. Besonders die älteren Räuber nutzen diese Überlebensstrategien. Unterzieht man den Bleiköpfen einem Säurebad mit Cola, bildet sich eine matte Korrosionsschicht. In Cola sind Phosphorsäure und Kohlensäure vorhanden, die mit Blei zu unlöslichem Bleiphosphat und Bleicarbonat reagieren. Dadurch gehen beim Fischen vermutlich weniger Blei-Ionen in Lösung, was auch unter der Wasseroberfläche für die Fische eine Rolle spielen dürfte. Denn besonders in weicherem Wasser werden permanent Blei-Ionen herausgelöst, auf die erfahrene Großfische sensibel reagieren könnten. 

ACHTUNG: Nicht die Hakenspitze in das Säurebad eintauchen, da sonst die chemische Schärfung angegriffen wird! Die Cola nach dem Bad entsorgen und mit reichlich Wasser nachspülen! Das Glas vor der Benutzung gut ausspülen, Bleiverbindungen sind krebserregend und toxisch! 

Brauchen wir in Zukunft neue Gewichte ohne Blei?
Bleiköpfe mit hohem Bleianteil korrodieren stärker. Fangen sie auch schlechter?

Diese Vermutung könnte die Angelindustrie grundlegend verändern. Wenn Fische dazu in der Lage sind, metallisches Blei durch ihre Sinnesorgane zu wittern, müssten zukünftige Gewichte aus einem vergleichbaren Metall bzw. einer vergleichbaren Legierung gefertigt werden, die weniger toxisch für Lebewesen ist. Hier wären Materialien wie Tungsten interessant, die eine ähnliche oder höhere Dichte besitzen, ebenfalls günstig sind und sich flexibel verbiegen lassen. Oder spezielle Behandlungen wie Säurebäder oder Lackierungen nach dem Ausgießen der Bleie, die einen direkten Wasserkontakt verhindern. Ohnehin haben die Bleikonzentrationen in unseren Gewässern durch die Kohleförderung ein Level erreicht, das zunehmend besorgniserregend erscheint. Am Ende landet das Blei zusammen mit Quecksilber und Mikroplastik nämlich auch auf unseren Tellern, wenn wir beispielsweise einen Zander aus Donau oder Rhein verzehren. Durch die Nahrungskette gelangt das giftige Metall langsam in unseren Körper und reichert sich an. Guten Appetit! 

Donnerstag, 28. Januar 2016

Schneidertag beim Angeln



Es gibt diese Tage im Jahr, da wünscht Man(n) sich, Man(n) hätte nie mit dem Angeln angefangen. Ein Schneidertag ist ein unglaublich frustrierender Angeltag, weil kein einziger Flossenträger anbeißt. Manchmal läuft alles schief und die Nerven liegen blank. Im folgenden Artikel möchte ich euch meinen bisher schlechtesten Schneidertag beim Angeln vorstellen.

Ende des Jahres 2015 erlebte ich einen Angeltag, der so unfassbar schlecht war, dass ich mich sogar etwas schäme, darüber zu schreiben. Es ging zum Zanderangeln an die Havel. Hastig baute ich meine Rute zusammen, an die mein absoluter TOP-Köder montiert war. In liebevoller Handarbeit hatte ich den limitierten Gummiköder am Abend zuvor mit Gummifischkleber von den vielen Zanderbiss-Spuren repariert. Er war total zerfetzt und gehörte zu jenen Ködern, auf die ich schon richtig gute Fische fing. Auf das Ergebnis meiner Bastelarbeit war ich sehr stolz, bis ich zum ersten Wurf ansetzte. Nach wenigen Kurbelumdrehungen folgte der erste Hänger des Tages. Es musste schließlich so kommen ... 

Erster Wurf - erster Hänger - erster Köderverlust

Kann man verkraften, wenn ausreichend Tackle am Start ist. Neues Vorfach gebunden und frischen Köder montiert. Tatsächlich konnte ich einige Würfe unbeschwert über die Steinpackungen manövrieren, bis der nächste Hänger folgte. Leine gekappt, wieder neue Montage gebunden. 

Nach drei missglückten Knotenverbindungen hatte ich bei Starkwind und Nieselregen endlich eine sichere Verbindung zwischen Hauptschnur und Vorfach hergestellt. Und was passiert dann? 

Ich lehne die Rute kurz an meine Angeltasche, ein Windstoß kommt und sie kippt um. Die Quantum Smoke, eine sehr gute und sehr teure Spinnrolle landet im feinen Ufersand. Hektisch versuche ich den Sand vom Rollengehäuse zu befreien. Glück gehabt, Sturz mit nur zwei kleinen Kratzern knapp überstanden. Immerhin kein Sand im Getriebe!

Sand etwas auspusten und fertig. Ich will endlich wieder auswerfen und konzentriere mich auf die Köderführung. Aber was wäre ein perfekter Schneidertag ohne passendes Publikum? 

Ich bin vielleicht zehn Minuten am Wasser, schon kommen die ersten Angler und belagern dreist meine Stelle. Ich frage erst gar nicht, warum sie ausgerechnet auf meinen Spot werfen ... 

Ein kleiner Junge möchte mit seinem Vater auf Quappen ansitzen. Offenbar bin ich ihm im Weg und störe sein geplantes Angelerlebnis. Der Junge steht so dicht hinter mir, dass ich kaum auswerfen kann, ohne ihn dabei zu haken. Er hat gewonnen, ich wünsche dem Vater und der kleinen Angelbrut noch einen angenehmen Angeltag und ziehe weiter zum nächsten Spot. Ein paar Würfe später der nächste Hänger. Na immerhin kein Abriss. Mein Lieblingsköder ist noch dran! Langsam wird es schummrig. Die Zander wollen einfach nicht beißen. Vielleicht sind sie weiter gezogen, hinein in die Seen?

Ich weiß es nicht und für heute will ich es auch gar nicht mehr wissen. Ein letzter Wurf noch, dann ist Schluss. Verdammt, immer dieser EINE letzte Wurf. Okay, EINER noch, dann ist aber wirklich Schluss. 

Beim allerallerallerletzten Wurf wickelt sich die geflochtene Schnur unnatürlich von der Rolle. Ich ziehe die gelbe Stroft von der Spule, in stiller Hoffnung, dass bald die verknotete Stelle kommen würde. Aber sie kommt einfach nicht! Warum auch? Ist ja schließlich ein beschissener Schneidertag ...

Einige Wicklungen später ist es endlich geschafft. Doch dieses hübsche Schnürknäuel bekomme ich einfach nicht entwunden. Egal, zum Abschluss eines solchen Schneidertages gehört wohl etwas Schnurverlust. Ich kappe die Leine und gehe zurück zum Auto. 


Ich öffne den Kofferraum und ich ziehe stolz meine dreiteilige Garbolino City Spin auseinander. Jedes Mal bin ich froh, dass ich mir dieses seltene, französische Einzelstück über Umwege beim Fachhändler besorgt habe. Durch die Aussparung am Griff ist die Rute nicht nur ultraleicht, ich spüre auch den feinsten Zupfer. Bevor ich die Rute im Kofferraum verstaue, muss ich das letzte Spitzenteil lösen. 

Merkwürdig, klemmt heute irgendwie. Mit Gewalt sollte man eigentlich nicht an die Sache rangehen. Egal, der Tag war mies und meine Hände sind arschkalt. Ich habe kaum noch Gefühl in meinen Fingerspitzen, es fühlt sich so an, als würden sie gleich absterben. Wenn sich dieses beschissene Spitzenteil nicht sofort löst, drehe ich durch. Eine falsche Bewegung und knack ... 

Der abgebrochene Spitzenring baumelt auf dem Rest meiner Schnur herum. Enttäuscht schieße ich ein abschließendes Erinnerungsbild an den schlechtesten Angeltag meines Lebens und fahre nach Hause ...


Der schlechteste Schneidertag des Jahres hat sich zu einer nervlichen Herausforderung entwickelt. Okay, jetzt steht´s 5:0 für die FischeAber ich komme trotzdem wieder. Und dann hole ich zurück, was mir zusteht!

Kommen dir solche Tage ebenfalls bekannt vor? Dann solltest du vielleicht mal einen Blick HIER rauf werfen! ;) 

Mittwoch, 27. Januar 2016

5# Interview mit einem Barschangler, Freund und Geräte-Experten


Diese Interview-Reihe besteht aus 5 abgestimmten Fragen und wird mit verschiedenen Persönlichkeiten der deutschsprachigen Angelszene geführt. Unerfahrene Jungangler sind ebenso willkommen, wie Experten unterschiedlicher Fachgebiete. Auch Gelegenheitsangler erhalten die Möglichkeit von ihrer Leidenschaft zu berichten.

In der heutigen Serie stellt sich ein erfahrener Barschexperte vor. Michel Schulz ist leidenschaftlicher Hobbyangler und Pächter eines Wassergrundstücks. Der ständige Zugang zum Wasser hat ihn über die Jahre zu einem erfahrenen Angler werden lassen. Außerdem versteht er viel von modernen Angelgeräten.

Hallo Michel, wir kennen uns schon sehr lange und waren oft zusammen am Wasser. Seit wann angelst du und wie bist du auf dieses Hobby gekommen?

Hallo, meine Begeisterung für das Angeln habe ich bereits während meiner Kindheit entwickelt. Ich bin direkt am Wasser aufgewachsen und habe meinem Papa, Opa und meinen Onkels immer beim Angeln zugeschaut. Mit 3 Jahren habe ich dann auch mit großer Begeisterung eine Angel in die Hand genommen und kam seitdem nie wieder davon los.

Gibt es einen Zielfisch, der dich besonders reizt? Wie kommst du an die kapitalen Räuber? Brauchst du dafür eine Spezialausrüstung?

Am meisten reizt mich der Barsch. Es ist ein toller und faszinierender Fisch, der in meinem Heimatgewässer zu Hause ist.



Um an die kapitalen Barsche zu gelangen, muss man den Fisch kennen. Es ist hilfreich zu wissen, wie er sich verhält, wo er lauern könnte und was er frisst. Ganz wichtig ist das Lesen der Gewässerstruktur, meist beobachte ich (wenn möglich) die kleinen Barsche am Uferrand, wie sie zur Fließrichtung des Gewässers stehen und auf Beute lauern. Das ist wichtig für die Köderpräsentation. Wie jeder weiß, sind die Morgen- und Abendstunden die beste Zeit, um kapitale Räuber zu verhaften.

Eine Spezialausrüstung braucht man nicht unbedingt, man sollte aber darauf achten, dass das Angelgerät, sowie die Köder dem Zielfisch angepasst sind. Das ist in meinen Augen schon sehr wichtig!


Ist eine teure Ausrüstung notwendig, um große Fische zu fangen? Fängst du beim Spinnfischen mehr, wenn du viel Geld in deine Köder investierst?

Es ist keine teure Ausrüstung nötig, um gute Fische zu fangen, man sollte aber auch nicht am falschen Ende sparen. Man entwickelt sich beim Angeln ständig weiter und sollte schon mit der Zeit gehen. Ich habe auch mit einfachem Angelgerät angefangen und besitze heute Ruten und Rollen, die weit über 400 Euro kosten. Dann gibt es Ruten und Rollen, die ähnliche Komponenten verbaut haben. Solche Geräte kosten 60 bis 100 Euro. Jedem das Seine. Meiner Meinung nach sollte man sein Geld sinnvoll investieren und vorsichtig sein, wenn der Gerätehändler einem was aufdrängen will. Gute Ruten und Rollen gibt es schon zwischen 60 - 100 Euro. Damit ist man schon gut beraten!    

Bei den Ködern ist es schon wieder etwas anders. Da sage ich klipp und klar:

"Der Köder ist das A und O, da sollte man nicht sparen!"

Ein guter Köder und eine richtige Köderführung entscheiden darüber, wie der Angeltag am Ende ausgeht.

Welcher Zielfisch hat es dir neben dem Barsch besonders angetan? Und welche Methoden fischst du am liebsten?

Ich angele auch sehr gerne auf Zander, Karpfen und Schleie.






















Zu meinen bevorzugten Raubfisch-Methoden zählen:

·      Drop Shot
·      Texas Rig / Carolina Rig
·      Jigs
·      Wobbler
·      Spinner

Das sind meine Köder und Angeltechniken, die mir jederzeit erfolgreiche Sternstunden am Wasser bescheren.

Die Redaktion bedankt sich bei Michel Schulz für dieses spannende Interview.

Sonntag, 24. Januar 2016

4# Interview mit Oliver Weber alias dem SchleienSchreck


Diese Interview-Reihe besteht aus 5 abgestimmten Fragen und wird mit verschiedenen Persönlichkeiten der deutschsprachigen Angelszene geführt. Unerfahrene Jungangler sind ebenso willkommen, wie Experten unterschiedlichster Fachgebiete. Auch Gelegenheitsangler erhalten die Möglichkeit von ihrer Leidenschaft zu berichten.

In der heutigen Serie stellt sich Oliver Weber vor. Besser bekannt ist Oliver unter dem Pseudonym „Der SchleienSchreck“. Er betreibt einen unterhaltsamen YouTube-Kanal und ist die unangefochtene Nummer #1, wenn es um das Stippangeln auf Weißfische und Schleien geht. Vor kurzem hat er sogar eine neue Futtersorte kreiert. Was es damit auf sich hat, wird er uns vielleicht im Interview verraten:

Hallo Oli, wir kennen uns ja nun schon eine Weile. Seit wann angelst du und wie bist du auf dieses Hobby gekommen?

Ich habe meine erste Rute 1994 mit knapp drei Jahren in den Händen gehalten. Damals noch am heimischen Gartenteich. Das Angeln war schon immer in unserer Familie verbreitet und so lernte ich von meinem Großvater und meinem Vater die wesentlichen Grundschritte kennen. Es wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Das erste Mal an einem öffentlichen See mit eigener Rute in der Hand war 1996, soweit ich mich erinnere, was nun schon fast 20 Jahre her ist. Mein erster Fisch war ein Giebel auf einer selbstgebauten Bambusrute, die mein Vater für mich baute. 1997 begann das richtige Fieber bei mir und ich fuhr die ersten Nächte mit ans Wasser. Direkt beim ersten Nachtangeln fing ich meinen ersten Aal, der ungefähr 50 cm lang war. Von diesem Moment an war ich nicht mehr zu halten! Ich wäre am liebsten jeden Tag ans Wasser gefahren. Doch das ging wegen meinem Vater leider nicht. In direkter Nähe hatten wir kaum Gewässer. Aber als ich dann 18 Jahre alt war und meinen Führerschein hatte, begann mich das Virus mehr und mehr zu packen, sodass ich fast jede Woche mindestens 1 x ans Wasser fuhr.

Du betreibst einen eigenen YouTube-Kanal. Was planst du im Jahr 2016 für neue Projekte? Gibt es einen Zielfisch, der dich besonders reizt?

Sehr gute Frage! Im kommenden Jahr habe ich mir den Wels als Ziel gesetzt. Da ich nun schon fast jede Fischart gezielt beangelt habe, bleibt mir wenig Auswahl für neue Zielfische ;)

Das gezielte Klopfen auf Waller steht aber noch aus. Ich habe schon einige schöne Angeltage mit Peter Müller erlebt, der ebenfalls YouTube Angler ist und auf Wels fischt. Leider hatte ich dabei immer nur mäßigen Erfolg. Deshalb geht’s 2016 wieder aktiv auf Wels für mich. Das richtige Equipment habe ich schon, fehlt nur noch das passende Wetter. Ansonsten folgen wieder Schleien-, Karpfen- und andere spannende Friedfischvideos. Dennoch muss ich gestehen, dass ich im kommenden Jahr auch öfter mal den Räubern nachstellen werde ;))

Sollten Kinder und Jugendliche mehr Zeit in der Natur verbringen? In einem deiner Videos hast du aktiv zu einer Müllsammelaktion aufgerufen.  Wie wichtig ist dir der Naturschutz?

Ich finde es sehr wichtig, dass unsere Jugend wieder mehr an die Natur herangeführt wird! In unserer heutigen Zeit versauern alle nur noch vor dem PC oder der Konsole. Ich selbst gebe zu, auch gerne am Rechner zu sein. Aber noch lieber bin ich draußen. So habe ich oft schöne Momente, wenn ich den Eisvogel dabei beobachte wie er kleine Fische fängt. Zudem ist es einzigartig, ein Gewässer mal ein ganzes Jahr über zu beobachten. Man entdeckt immer wieder neue Besonderheiten und erlebt jedes Mal etwas Neues. Als kleines Beispiel habe ich vor kurzem erst eine Sumpfschnepfe gesehen! So etwas habe ich in den letzten 20 Jahren noch nie am Wasser erlebt. Das ist halt das Schöne an unserem Hobby. Naturschutz ist mir persönlich sehr wichtig. So hatte ich auch die Aktion: „Angler gegen Müll“ im April ins Leben gerufen. An diesem Tag sollten Angler mit der Familie ans Wasser gehen und Müll sammeln. Die Aktion kam gut an. Da ich auch Jäger bin, fand die Aktion im Jagdkreis hohen Anklang! 2016 werde ich wieder zu dieser Aktion aufrufen und hoffe schon jetzt auf reichlich Teilnehmer. Eine saubere Umwelt kommt nicht nur uns, sondern auch der gesamten Tierwelt zu gute. Daran sollten wir als Angler auch immer denken.

Du hast eine eigene Futtermarke kreiert, die auf biologischer Basis basiert. Warum sollten Friedfischangler unbedingt dein Futter ausprobieren?

Ich hatte 2013 mit der Weiterentwicklung meines Futters begonnen. Anfangs habe ich viel mit Haferflocken und einigen speziellen Zusätzen gearbeitet. Dann kam der Punkt, an dem ich mir sagte:

"Hey, da geht noch weit mehr!"

Deshalb habe ich die beigegebenen Zusätze unter die Lupe genommen und stetig weiterentwickelt. Die Testphasen wurden immer besser und vielversprechender. Das Futter wurde immer aussagekräftiger.

Anfangs hatte ich das Futter nur für mich selbst entwickelt, doch als ich 2014 eine Futtersorte kaufte, in der Glas, Plastik und sogar Metallstücke enthalten waren, platzte mir der Kragen! Ein Futter mit solchen Inhalten zu verkaufen, grenzte für mich an absolute Umweltverschmutzung. Zumal ich mir beim Mischen auch noch die Hand am Glas aufschnitt! Ich wies die Firma auf die Mängel hin und somit wurde die Marke vorerst aus dem Verkehr gezogen und schließlich überarbeitet. Für mich war aber in diesem Moment die Idee entstanden, den Anglern ein wirklich handgemachtes Futter anzubieten, das gut auf die Fische abgestimmt ist. So hatte ich es damals speziell für die großen Winterplötzen konzipiert. Was mich dieses Jahr aber besonders beeindruckt hat: Auch Schleien und Karpfen fahren total auf die Duftnote ab! So fing ich 2015 exakt 79 Schleien zwischen 24 und 43 cm. Nicht die größten Fische, aber der Durchschnitt lag immerhin bei 39 cm. Fast alle Schleien habe ich mit der Stippe erbeutet. Und immer war mein Futter im Spiel. Zudem kamen noch viele schöne Karpfen an den Futterplatz. Der Größte war ein 92 cm Graskarpfen, der im 60 cm tiefen Wasser den Grund aufwühlte und sich mein Futter reinpfiff. Faszinierend ist, dass mein Futter einen Fressrausch bei den Fischen auslöst, der lange Zeit anhält. Somit muss nicht zu viel gefüttert werden, was wiederum der Wasserqualität zu gute kommt! Ich verwende bei einem normalen Tagesansitz etwa 250 g Futter. In meinen Tüten sind 2 Kilogramm enthalten. Man kann sich also ausrechnen, wie lange man mit einer Tüte auskommt.

Warum sollten Friedfischangler mein Futter probieren?

Nun ja, man kann mit jedem Futter seine Fische fangen, keine Frage. Aber ich habe 2015 meinen Angelerfolg extrem gesteigert. Ich war ungefähr 90 Mal am Wasser, davon ca. 70 Mal auf Friedfisch. Schneidertage waren die absolute Seltenheit. Jeder, der es mal versuchen möchte, kann es gerne tun. Jedoch werde ich nicht wie manch andere Firmen schreien:

"NUR MEIN FUTTER IST GUT! NUR MEIN FUTTER BRINGT EUCH DIE FISCHE!"

Nein, das wäre absoluter Quatsch. Der Unterschied ist halt nur, dass mein Futter mit Liebe zum Detail kreiert wurde. Es wird für jeden Angler auf Bestellung frisch abgemischt. Ich bringe viel Erfahrung in meine Futtersorten ein. Und ich glaube, genau das sind die Vorteile meines Futters.

Als kleinen Spoiler kann ich euch schon verraten, dass wir derzeit an einem Boilie auf Basis des Futters arbeiten ;)

Erste Tests verliefen schon recht vielversprechend. Wenn alles klappt, kommen die neuen Boilies 2017 auf den Markt. Lasst euch überraschen!


Die Redaktion von „Brad Blackfish´s Angelwelt“ bedankt sich beim SchleienSchreck für dieses spannende Interview.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Auf Zander angeln mit Gummifisch am Bleikopf in der Havel - Teil 1

Wunderschöne Zander fangen in der Havel - hier auf steinigem Untergrund im Flachwasser.

In letzter Zeit bin ich häufiger in der Havel-Region unterwegs. Westlich von Berlin zählen viele Abschnitte der Havel als DAV-Gewässer. An der schnellen Havel konnte ich schon einige Barsche überlisten. Viel interessanter ist jedoch der schiffbare Teil. Suchen muss man nur die vielen Brücken und Hafenanlagen. Ist der Untergrund steinig, fühlen sich auch die Zander wohl. Doch was muss man beachten, möchte man erfolgreich in der Havel auf Zander angeln?

Auf Zander angeln mit Gummifisch am Bleikopf 
Zanderangeln mit Gummifisch macht süchtig.

Anfangs erschien mir der Fluss wie ausgestorben. Da ich mein bisheriges Leben überwiegend im östlichen Speckgürtel von Berlin gefischt habe, waren Zander eher selten. Es gab zwar ein paar gute Angelstellen in Köpenick, Rahnsdorf und Erkner. Doch überwiegend waren in diesen Kanalsystemen Barsche unterschiedlichster Größe anzutreffen. Nach meinem Umzug in die Hauptstadt tastete ich mich langsam an neue Gewässer heran. Hier ist auch der Spandauer Schifffahrtskanal rund um den Westhafen zu nennen, wo ebenfalls gute Barschbestände vorkommen. Doch Zander gehörten nach wie vor eher zu einer Rarität.

Erfahrene Zanderangler helfen euch weiter!
Die optimalen Köder zum Zanderangeln: Action- und No-Action-Shads im Vergleich

Wenn ihr in einem neuen Gewässer das erste Mal auf Zander angeln wollt, solltet ihr den Kontakt zu erfahrenen Anglern suchen. Oft sind es die älteren Herrschaften, die gute Gewässerkenntnisse vorzuweisen haben. Wenn ihr aufgeschlossen seid und freundlich bleibt, bekommt ihr vielleicht den heiß ersehnten Tipp zur nächsten Angelstelle, wo ihr Zander fangen könnt. So war es auch, als ich an der Havel einem älteren Herren begegnet bin, der mir ein paar gute Zanderstellen genannt hat. Anstatt müde darüber zu lächeln, habe ich mir passendes Tackle zusammengestellt und den Spot intensiv gefischt. Wie bin ich dabei vorgegangen? 

Passiv geführte Gummifische beim Zanderangeln
Kleiner Zetti hängt am Gummi.

Wer meinen Bericht zum Forschungsangeln auf Barsch gelesen hat, der weiß, dass sich meine Vorliebe für Finesse Rigs so langsam wieder auflöst. Der Grund ist nicht, dass ich nichts mehr damit fange. Ganz im Gegenteil. Die Quantität könnte nicht besser sein. Ich habe nur den Eindruck, dass die kapitaleren Fische einfach lieber einen Gummifisch mit Bleikopf vom Gewässergrund aufsaugen. Nach wie vor werde ich meine Drop Shot Montage herausholen, wann immer Barsche in der Nähe sind. Aber beim Zanderangeln ist ein 10 cm Stint am Bleikopf einfach unschlagbar. Wie genau ich ihn führe und wo der Köder landen muss, um die Zander zu reizen, erfahrt ihr im zweiten Teil dieser Angelblog-Reihe. Falls ihr nicht solange warten möchtet, solltet ihr einfach mal nach unten scrollen und euch überraschen lassen. 

Oder klickt HIER für mehr Angeltricks!

Dienstag, 19. Januar 2016

Angeln mit dem Tandemspinner



Speziell beim Spinnfischen steht dem Angler eine unüberschaubare Auswahl an Kunstködern gegenüber. Wobbler, Gummifische, Spinner und Blinker sind noch die bekannteren Arten. Aber auch Kombinationen und exotischere Varianten sind inzwischen in fast jedem Angelshop in den Regalen zu finden. In diesem Artikel werden wir einen klassischen Köder in moderner Form - den Tandemspinner - vorstellen.


Was ist ein Tandem-Spinner?

Wobei es sich bei einem Spinner handelt, das ist sicher jedem Angler klar, der gelegentlich mit der Spinnrute auf Raubfische angelt. Wem ein Spinner nicht geläufig ist findet hier Infos dazu. Ein Tandem-Spinner ist eine Variante des Spinners. Ein gewöhnlicher Spinner besitzt ein Spinnerblatt, das um eine Achse rotiert. Ein Tandem-Spinner hingegen hat zwei Spinnerblätter die in gleicher oder unterschiedlicher Richtung rotieren. Häufig haben die beiden Spinnerblätter eine unterschiedliche Größe und Farbe. Durch die unterschiedlichen Größen der Spinnerblätter haben diese eine unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeit und rotieren so in unterschiedlichen Frequenzen, was eine größere Lockwirkung auf die Raubfische ausübt.

Einen Tandem-Spinner selber bauen

In den Regalen von fast jedem Angelfachgeschäft sind Tandem-Spinner zu finden, doch ein solcher Tandem-Spinner lässt sich auch sehr einfach selbst herstellen. Dazu verwendet man zwei gewöhnliche Spinner wenn vorhanden in unterschiedlichen Größen. Am größeren Spinner hängt man den Drilling aus und hängt dafür den kleineren Spinner in die Öse ein. Und schon ist der Tandem-Spinner fertig. So kann man mit sehr geringem Aufwand aus seinen alten Spinnern einen sehr attraktiven Tandem-Spinner herstellen. Durch unterschiedliche Farbkombinationen und Größen kann man sehr viele Varianten herstellen und sofort am Wasser testen.  

Angeln mit einem Tandem-Spinner

Mit einem solchen Köder kann man auf jeden Raubfisch angeln. Allerdings sind speziell Raubfische, die größere Köder bevorzugen, wie beispielsweise der Hecht beliebte Zielfische beim Angeln mit dem Tandem-Spinner. Geführt wird dieser Spinner in der Regel in flacheren Gewässerabschnitten, in der Uferzone oder durch Seerosenfelder. Besonders in der Mittagssonne kann der Tandem-Spinner seine volle Leistung unter Beweis stellen und auch kapitale Hechte an den Haken locken.


Noch ein kleiner Tipp zum Schluss:

Ältere Spinner, die die Farbe verloren haben kann man sehr einfach mit einem wasserfesten Stift oder einem Lackstift wie er am Auto verwendet wird bearbeiten. So kann man sehr einfach aus einem alten rostigen Spinnerblatt wieder einen schwarz-rot gestreiften peppigen Köder herstellen.

Gastartikel von Claudia Wartmann

Du hast keine Ahnung vom Angeln oder kennst jemanden, der dringend Nachhilfe bräuchte?

Angeln für Ahnungslose: Einstieg ins Hobby

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In diesem Buch erfahren moderne Angler alles, was sie für ihren perfekten Einstieg wissen müssen: Welche Ausrüstung brauche ich? Welche Angeltechniken gibt es und welche ist für mich die richtige? Wo auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken kann ich mich mit Gleichgesinnten austauschen? Welche Apps eignen sich für mich? Alle Themen werden leicht verständlich mit anschaulichen Fotos erläutert.