Dienstag, 16. Oktober 2012

Fliegenfischen auf Karpfen


Fliegenfischen auf Karpfen

In Deutschland nimmt das klassische Angeln auf Karpfen einen hohen Stellenwert ein. Die Angelindustrie bietet dazu eine riesige Auswahl an Karpfenzubehör. Das Ansitzangeln auf Großkarpfen mit Boilies, elektronischen Bissanzeigern und speziellen Montagen dominiert bei den meisten Karpfenanglern. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, dem Karpfen mit der Fliege nachzustellen. Doch was muss man dabei beachten?

Die Abend- oder Morgenstunden bringen  erfahrungsgemäß den meisten Erfolg

Viele Gewässer in Deutschland beherbergen einen guten Karpfenbesatz. Hauptsächlich in den wärmeren Sommermonaten kann man dabei mit einer guten Polarisationsbrille immer wieder umherziehende Karpfenrudel erspähen. Diese Rudel setzen sich meist aus einheitlich großen Satzkarpfen zusammen. Auch in kommerziellen Angelteichen kann man dieses Schauspiel im Schein der Mittagssonne beobachten. Leider musste ich die Erfahrung machen, dass sich die Karpfen während dieser Zeit besonders schwer mit der Fliege überlisten ließen. Zu Beginn sollte jedoch geklärt werden, welche Ausrüstung man zum Fliegenfischen auf Karpfen benötigt.

Ausrüstung zum Fliegenfischen auf Karpfen
Eine etwas kräftigere Fliegenrute der Stärkeklasse 6-7 sollte zum Fang von mittleren Satzkarpfen ausreichen. Da hauptsächlich auf Sicht in der oberen Wasserschicht gefischt wird, empfiehlt sich eine Schwimmschnur. Karpfen sind mitunter sehr scheu und lassen sich leicht beim Anwerfen vergrämen, deshalb sollte auf eine schwimmende DT Schnur zurückgegriffen werden. Als Vorfach eignet sich ein monofiles oder konisch gezogenes rutenlanges Fluorcarbonvorfach in der Stärke 0,25 mm bis 0,30 mm. Die Auswahl der Fliegen fällt sehr unterschiedlich aus. Zum einen kann man schwimmende Trockenfliegen verwenden oder Nassfliegen bzw. Nymphen. Trockenfliegen könnten beispielsweise Imitationen von Brotflocken darstellen (siehe Brotfliege), gebunden aus Rehaar oder Schaumstoff. Diese Variante bietet sich vor allem an Gewässern an, die von Wohngebieten umgeben sind. Meistens füttern die Anwohner auf dem Wasser lebende Enten in diesen Gewässern mit Schwimmbrot. Alles was die Enten nicht fressen, landet auf dem Speiseplan der Karpfen.
Hat man es jedoch mit einem echten Naturgewässer zu tun, in dem sich die Karpfen ohnehin von Insektenlarven und anderen Kleintieren ernähren, sollte man stets auf unbeschwerte Nymphen oder Nassfliegen zurückgreifen. In den Farben rot, gelb oder braun kann man in der Regel nichts verkehrt machen. Montananymphen sind ebenso Erfolg versprechend wie Pheasent Tail Nymphen in rot. Auch kleinere Streamer können Karpfen zum Biss verleiten. Jedoch sollten die Fliegen stets etwas größer ausfallen, als beim normalen Forellenfischen. Unverzichtbar ist ein großer Unterfangkescher, da sich Karpfen auf der Fliegenrute ziemlich kompliziert führen lassen. Besonders an leichteren Fliegenruten mit einem Einhandgriff kann ein etwas größeres Karpfenexemplar schon ziemliche Schwierigkeiten bereiten.


Methode & Technik zum Fliegenfischen auf Karpfen
Beim Fliegenfischen auf Karpfen ist das genaue Beobachten des Gewässers viel wichtiger, als alles andere. Blind mit der Fliege auf Karpfen zu fischen könnte eventuell mit viel Glück einen Fisch bringen. In der Regel spielt sich jedoch alles über die gezielte Sichtfischerei ab. Zunächst pirscht man sich vorsichtig an die umherziehenden Karpfenrudel heran. Anschließend beobachtet man ihr Verhalten.

Zum Verhalten der Karpfen gibt es einige grundlegende Tipps, die es zu beachten gilt:

Wenn die Trupps umherziehen oder Karpfen am Gewässergrund gründeln, hat man die besten Chancen einen Karpfen mit der Fliege zu überlisten. Löst sich das Rudel auf oder döst in der prallen Mittagssonne, sehen die Karten schon wieder etwas schlechter für den Angler aus. Die besten Zeiten sind zudem immer die Morgen- und Abendstunden im späten Frühling, besser noch im Sommer.                                                                         

Kleiner Satzkarpfen mit roter Nymphe überlistet

Stimmen die Bedingungen zum Fliegenfischen auf Karpfen, kann man endlich zum Wurf ansetzen. Dabei sollte man die unbeschwerte Nymphe nach dem Eintauchen immer im Auge behalten. Ziehen die Karpfen umher, kann man die Zugrute ungefähr abschätzen und die Fliege kurz vorher in die Laufbahn der Karpfen befördern. Nun wartet man, bis sich die Karpfen in der Nähe der Fliege befinden. Ist es soweit, haucht man der Nymphe durch leichte Bewegungen der Rutenspitze oder durch ein vorsichtiges Einstrippen der Fliegenschnur etwas mehr Leben ein. Hat man alles richtig gemacht und ein Karpfen saugt tatsächlich die Fliege ein, kommt der schwierigste Moment. Der Anhieb. Dieser kurze Moment entscheidet über Erfolg oder Niederlage. Man kann vorab nicht genau sagen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist. Wartet man zu lange, spuckt der Karpfen die Fliege sofort wieder aus. Ist man dagegen zu schnell, zieht man dem Karpfen die Fliege wieder aus dem Maul. Diesen Zeitpunkt muss man durch Übung und Praxis am Wasser selbst für sich entdecken. Speziell gebogene Karpfenhaken helfen jedoch, einen besseren Halt im runden Karpfenrüssel zu setzen.   

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