Sonntag, 24. Januar 2016

4# Interview mit Oliver Weber alias dem SchleienSchreck


Diese Interview-Reihe besteht aus 5 abgestimmten Fragen und wird mit verschiedenen Persönlichkeiten der deutschsprachigen Angelszene geführt. Unerfahrene Jungangler sind ebenso willkommen, wie Experten unterschiedlichster Fachgebiete. Auch Gelegenheitsangler erhalten die Möglichkeit von ihrer Leidenschaft zu berichten.

In der heutigen Serie stellt sich Oliver Weber vor. Besser bekannt ist Oliver unter dem Pseudonym „Der SchleienSchreck“. Er betreibt einen unterhaltsamen YouTube-Kanal und ist die unangefochtene Nummer #1, wenn es um das Stippangeln auf Weißfische und Schleien geht. Vor kurzem hat er sogar eine neue Futtersorte kreiert. Was es damit auf sich hat, wird er uns vielleicht im Interview verraten:

Hallo Oli, wir kennen uns ja nun schon eine Weile. Seit wann angelst du und wie bist du auf dieses Hobby gekommen?

Ich habe meine erste Rute 1994 mit knapp drei Jahren in den Händen gehalten. Damals noch am heimischen Gartenteich. Das Angeln war schon immer in unserer Familie verbreitet und so lernte ich von meinem Großvater und meinem Vater die wesentlichen Grundschritte kennen. Es wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Das erste Mal an einem öffentlichen See mit eigener Rute in der Hand war 1996, soweit ich mich erinnere, was nun schon fast 20 Jahre her ist. Mein erster Fisch war ein Giebel auf einer selbstgebauten Bambusrute, die mein Vater für mich baute. 1997 begann das richtige Fieber bei mir und ich fuhr die ersten Nächte mit ans Wasser. Direkt beim ersten Nachtangeln fing ich meinen ersten Aal, der ungefähr 50 cm lang war. Von diesem Moment an war ich nicht mehr zu halten! Ich wäre am liebsten jeden Tag ans Wasser gefahren. Doch das ging wegen meinem Vater leider nicht. In direkter Nähe hatten wir kaum Gewässer. Aber als ich dann 18 Jahre alt war und meinen Führerschein hatte, begann mich das Virus mehr und mehr zu packen, sodass ich fast jede Woche mindestens 1 x ans Wasser fuhr.

Du betreibst einen eigenen YouTube-Kanal. Was planst du im Jahr 2016 für neue Projekte? Gibt es einen Zielfisch, der dich besonders reizt?

Sehr gute Frage! Im kommenden Jahr habe ich mir den Wels als Ziel gesetzt. Da ich nun schon fast jede Fischart gezielt beangelt habe, bleibt mir wenig Auswahl für neue Zielfische ;)

Das gezielte Klopfen auf Waller steht aber noch aus. Ich habe schon einige schöne Angeltage mit Peter Müller erlebt, der ebenfalls YouTube Angler ist und auf Wels fischt. Leider hatte ich dabei immer nur mäßigen Erfolg. Deshalb geht’s 2016 wieder aktiv auf Wels für mich. Das richtige Equipment habe ich schon, fehlt nur noch das passende Wetter. Ansonsten folgen wieder Schleien-, Karpfen- und andere spannende Friedfischvideos. Dennoch muss ich gestehen, dass ich im kommenden Jahr auch öfter mal den Räubern nachstellen werde ;))

Sollten Kinder und Jugendliche mehr Zeit in der Natur verbringen? In einem deiner Videos hast du aktiv zu einer Müllsammelaktion aufgerufen.  Wie wichtig ist dir der Naturschutz?

Ich finde es sehr wichtig, dass unsere Jugend wieder mehr an die Natur herangeführt wird! In unserer heutigen Zeit versauern alle nur noch vor dem PC oder der Konsole. Ich selbst gebe zu, auch gerne am Rechner zu sein. Aber noch lieber bin ich draußen. So habe ich oft schöne Momente, wenn ich den Eisvogel dabei beobachte wie er kleine Fische fängt. Zudem ist es einzigartig, ein Gewässer mal ein ganzes Jahr über zu beobachten. Man entdeckt immer wieder neue Besonderheiten und erlebt jedes Mal etwas Neues. Als kleines Beispiel habe ich vor kurzem erst eine Sumpfschnepfe gesehen! So etwas habe ich in den letzten 20 Jahren noch nie am Wasser erlebt. Das ist halt das Schöne an unserem Hobby. Naturschutz ist mir persönlich sehr wichtig. So hatte ich auch die Aktion: „Angler gegen Müll“ im April ins Leben gerufen. An diesem Tag sollten Angler mit der Familie ans Wasser gehen und Müll sammeln. Die Aktion kam gut an. Da ich auch Jäger bin, fand die Aktion im Jagdkreis hohen Anklang! 2016 werde ich wieder zu dieser Aktion aufrufen und hoffe schon jetzt auf reichlich Teilnehmer. Eine saubere Umwelt kommt nicht nur uns, sondern auch der gesamten Tierwelt zu gute. Daran sollten wir als Angler auch immer denken.

Du hast eine eigene Futtermarke kreiert, die auf biologischer Basis basiert. Warum sollten Friedfischangler unbedingt dein Futter ausprobieren?

Ich hatte 2013 mit der Weiterentwicklung meines Futters begonnen. Anfangs habe ich viel mit Haferflocken und einigen speziellen Zusätzen gearbeitet. Dann kam der Punkt, an dem ich mir sagte:

"Hey, da geht noch weit mehr!"

Deshalb habe ich die beigegebenen Zusätze unter die Lupe genommen und stetig weiterentwickelt. Die Testphasen wurden immer besser und vielversprechender. Das Futter wurde immer aussagekräftiger.

Anfangs hatte ich das Futter nur für mich selbst entwickelt, doch als ich 2014 eine Futtersorte kaufte, in der Glas, Plastik und sogar Metallstücke enthalten waren, platzte mir der Kragen! Ein Futter mit solchen Inhalten zu verkaufen, grenzte für mich an absolute Umweltverschmutzung. Zumal ich mir beim Mischen auch noch die Hand am Glas aufschnitt! Ich wies die Firma auf die Mängel hin und somit wurde die Marke vorerst aus dem Verkehr gezogen und schließlich überarbeitet. Für mich war aber in diesem Moment die Idee entstanden, den Anglern ein wirklich handgemachtes Futter anzubieten, das gut auf die Fische abgestimmt ist. So hatte ich es damals speziell für die großen Winterplötzen konzipiert. Was mich dieses Jahr aber besonders beeindruckt hat: Auch Schleien und Karpfen fahren total auf die Duftnote ab! So fing ich 2015 exakt 79 Schleien zwischen 24 und 43 cm. Nicht die größten Fische, aber der Durchschnitt lag immerhin bei 39 cm. Fast alle Schleien habe ich mit der Stippe erbeutet. Und immer war mein Futter im Spiel. Zudem kamen noch viele schöne Karpfen an den Futterplatz. Der Größte war ein 92 cm Graskarpfen, der im 60 cm tiefen Wasser den Grund aufwühlte und sich mein Futter reinpfiff. Faszinierend ist, dass mein Futter einen Fressrausch bei den Fischen auslöst, der lange Zeit anhält. Somit muss nicht zu viel gefüttert werden, was wiederum der Wasserqualität zu gute kommt! Ich verwende bei einem normalen Tagesansitz etwa 250 g Futter. In meinen Tüten sind 2 Kilogramm enthalten. Man kann sich also ausrechnen, wie lange man mit einer Tüte auskommt.

Warum sollten Friedfischangler mein Futter probieren?

Nun ja, man kann mit jedem Futter seine Fische fangen, keine Frage. Aber ich habe 2015 meinen Angelerfolg extrem gesteigert. Ich war ungefähr 90 Mal am Wasser, davon ca. 70 Mal auf Friedfisch. Schneidertage waren die absolute Seltenheit. Jeder, der es mal versuchen möchte, kann es gerne tun. Jedoch werde ich nicht wie manch andere Firmen schreien:

"NUR MEIN FUTTER IST GUT! NUR MEIN FUTTER BRINGT EUCH DIE FISCHE!"

Nein, das wäre absoluter Quatsch. Der Unterschied ist halt nur, dass mein Futter mit Liebe zum Detail kreiert wurde. Es wird für jeden Angler auf Bestellung frisch abgemischt. Ich bringe viel Erfahrung in meine Futtersorten ein. Und ich glaube, genau das sind die Vorteile meines Futters.

Als kleinen Spoiler kann ich euch schon verraten, dass wir derzeit an einem Boilie auf Basis des Futters arbeiten ;)

Erste Tests verliefen schon recht vielversprechend. Wenn alles klappt, kommen die neuen Boilies 2017 auf den Markt. Lasst euch überraschen!


Die Redaktion von „Brad Blackfish´s Angelwelt“ bedankt sich beim SchleienSchreck für dieses spannende Interview.

Kommentare:

  1. Ein nettes Interview und vor allem viel Erfolg beim Welsangeln, das wird mal eine neue Herausforderung ;)

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  2. Auch wenn es nicht mein vordergründiges Interessensgebiet ist fand ich das Interview sehr lesenswert!

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