Mittwoch, 24. Februar 2016

9# Interview mit Florian Iaquinta



Diese Interview-Reihe besteht aus 5 abgestimmten Fragen und wird mit verschiedenen Persönlichkeiten der deutschsprachigen Angelszene geführt. Unerfahrene Jungangler sind ebenso willkommen, wie Experten unterschiedlicher Fachgebiete. Auch Gelegenheitsangler erhalten die Möglichkeit von ihrer Leidenschaft zu berichten.

In der heutigen Serie stellt sich Florian Iaquinta vor. Er betreibt einen beliebten YouTube-Kanal und veröffentlicht regelmäßig Angelvideos. Seine sympathische Art zieht tausende Abonnenten in den Bann. Flo fischt am liebsten auf große Karpfen in Süddeutschland. Ich freue mich, dass er sich die Zeit für dieses Interview genommen hat.

Hallo Flo, seit wann angelst du und wie bist du auf dieses Hobby gekommen?

Intensiv betreibe ich dieses Hobby seit meinem 23. Lebensjahr. Davor gab es eine längere Pause, ich hatte zwar ab und an einen Jugendfischereischein, allerdings war ich früher nur sporadisch am Wasser, da ich damals viel Zeit für den Fußball investiert habe.



Zum Angeln gekommen bin ich durch meinen Vater, der dieses Hobby seit seiner Jugend leidenschaftlich betreibt.

Du betreibst einen eigenen YouTube-Kanal. Was planst du dieses Jahr für neue Projekte? Wird es weitere Kooperationen mit AngelnAllround geben?

Also geplant ist auf jeden Fall, dass wir nach unserer Herausforderungspause mit den Jungs von AngelnAllround, irgendwann demnächst wieder weitermachen werden. Ansonsten werde ich definitiv mit den Videos so weitermachen wie bisher. Ob am Fluss, See, auf Fried- oder Raubfisch, es wird wieder von allem etwas geben! 



Es werden auf jeden Fall weitere Kooperationen mit den Jungs folgen, wir teilen diese Leidenschaft und wohnen ja auch nicht allzu weit voneinander entfernt.

Bist du der Meinung, dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit in der Natur verbringen sollten, anstatt den ganzen Tag vor der Konsole zu hocken?

Ich bin der Meinung, dass man allgemein viel mehr Zeit in der Natur verbringen sollte, vor allem sollten die Menschen viel umweltbewusster werden und viel mehr für unsere Natur tun!

Deine zweite Leidenschaft gilt dem Fußball. Wofür würdest du dich entscheiden, wenn du keine andere Wahl hättest: Angeln oder Fußball?

Ich habe früher praktisch auf dem Fußballplatz gelebt, habe unglaublich viel Zeit investiert, doch leider hat mich eine Knieverletzung komplett aus der Bahn geworfen und mich so irgendwann zum frühzeitigen Karriereende bewegt. So kam ich dann auch zum „intensiveren“ Angeln,  also hat alles auch seine gute Seite. Früher wäre die Entscheidung wohl klar gewesen … 



Momentan ist es echt schwer, ich würde mich aber  heutzutage eher für´s Angeln entscheiden, denn man erlebt dort einfach Sachen in der Natur, die einen einfach umhauen. Es ist auch ein besonderer  Reiz, bestimmten Fischarten nachzustellen. Die packenden Drills und Erfolgserlebnisse sind einfach nur genial. Dieses Gefühl sollte jeder Mal erlebt haben!


Die Redaktion bedankt sich bei Florian Iaquinta für dieses spannende Interview.

Sonntag, 21. Februar 2016

Zanderalarm am Rhein - Fangbericht von Jesko!



Es war der 1. November, ein Tag vor meinem Geburtstag. An diesem eiskalten und windigen Novembertag trafen mein Kumpel Henryk und ich die Entscheidung, mit wenig Hoffnung ans Wasser zu fahren. 

Mit sehr wenig Hoffnung, denn die Bedingungen waren alles andere als optimal. Auch in der vergangenen Woche konnten wir an fünf Angeltagen keinen einzigen Räuber verhaften. 

Am Wasser angekommen, gingen wir zügig zum Ufer und begannen mit dem Angeln. Das richtige Auswerfen der Kunstköder war kaum möglich bei dem starken Wind. Ich hatte schon nach einer halben Stunde anstrengender Angelei keine Lust mehr und sagte zu Henryk: 

"Komm Henryk, lass uns bitte gehen!"

Aber Henryk hinderte mich daran und sagte: 

"Nein, wir machen noch ein paar Würfe!" 

Okay, dachte ich mir. Doch auch bei den nachfolgenden Würfen bekamen wir keinen Fischkontakt. Nun wollte auch Henryk nach Hause gehen. Da ich genau in diesem Augenblick meinen Wobbler ausgeworfen hatte, ging Henryk mit seiner Wathose aus dem Wasser. Ich folgte ihm, während ich die restliche Leine einkurbelte. 

Und als ich dann endlich am Ufer ankam, schlug etwas mit solch einer gewaltigen Kraft gegen meine Rute, dass ich sie fast hätte fallen lassen. Völlig irritiert setzte ich einen herzhaften Anschlag. Was dann folgte, war atemberaubend. Der Kampf ging los... 



Nach einem zehnminütigen Drill lag mein bisher größter Zander (PB) mit knapp 90 cm vor mir. Ich konnte es gar nicht fassen, befand ich mich doch praktisch schon auf dem Heimweg. 

Deshalb auch noch Mal ein großes Dankeschön an Henryk: Hätte er nicht gesagt, dass wir weiter angeln, wäre mir dieser Zander niemals begegnet!

Donnerstag, 18. Februar 2016

8# Interview mit Toni und Daniel von Hecht&Barsch



Diese Interview-Reihe besteht aus 5 abgestimmten Fragen und wird mit verschiedenen Persönlichkeiten der deutschsprachigen Angelszene geführt. Unerfahrene Jungangler sind ebenso willkommen, wie Experten unterschiedlichster Fachgebiete. Auch Gelegenheitsangler erhalten die Möglichkeit von ihrer Leidenschaft zu berichten.

In der heutigen Serie stellen sich Toni und Daniel von Hecht&Barsch vor. Die beiden Berliner betreiben einen erfolgreichen Angelblog und veröffentlichen unterhaltsame Beiträge auf ihrem YouTube-Kanal. Bekannt wurden die beiden Jungs durch ihre lockere Art. Einen hohen Wiedererkennungswert hat das Format aufgrund von Daniels exotischem Akzent.

Hallo Leute, um jetzt mal in eurem Sprachstil zu bleiben. Seit wann angelt ihr und wie seid ihr auf dieses Hobby gekommen?

Daniel: Ich angle seit meinem fünften Lebensjahr und bin durch meinen Opa auf dieses wunderschöne Hobby gekommen, der mich damals in Zimbabwe des Öfteren zum Angeln mitnahm.

Toni: Mein Onkel Joe aus Florida hat mir als Junge eine Angel geschenkt und im Urlaub häufiger mit mir geangelt, ob in Deutschland oder bei ihm am Golf von Mexiko. Richtig regelmäßig angeln tue ich erst seit zwei Jahren in Verbindung mit Daniel und dem Projekt „hechtundbarsch.de“.

Ihr betreibt einen erfolgreichen Blog und einen unterhaltsamen YouTube-Kanal. Was plant ihr im Jahr 2016 für neue Projekte? Könnt ihr den Lesern schon etwas darüber verraten, ohne euch selbst zu spoilern?

Erst mal vielen Dank für dieses Lob, wir geben uns viel Mühe unsere Community regelmäßig zu unterhalten und sie auch in unsere Aktivitäten einzubinden.
Dieses Jahr liegt unser Fokus darauf unsere Events auch im internationalen Rahmen durchzuführen und in Deutschland mehr Regionen zu erreichen, so wird eine Ebro-Tour stattfinden (bereits ausgebucht), Trips nach Österreich, Norwegen, zum Möhnesee und eine Meerforellen-Tour nach Rügen sind beispielsweise in Planung. Für unsere Videos haben wir uns eine Steigerung der Qualität sowie Abwechslungsreichtum im Bezug auf Zielfische vorgenommen, wobei die Authentizität selbstverständlich nicht leiden sollte.
Gleichzeitig könnt ihr euch auf einige neue interessante Produkte im Shop freuen.

Unsere Generation sitzt oft stundenlang vor dem Computer und surft im Netz. Meint ihr, dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit in der Natur und am Wasser verbringen sollten?

Natürlich ist es gerade für Kinder und Jugendliche extrem wichtig Erfahrungen in der Natur zu sammeln und sich an Dingen zu erfreuen, die mit der digitalen Welt nichts zu tun haben.
Trotzdem ist ein gesundes Mittelmaß nicht verkehrt, irgendwer muss ja schließlich unsere Videos gucken. J


Als Unternehmer verkauft ihr stylische Angelklamotten und personalisierte Angelruten. Könnt ihr euch beim Angeln trotzdem noch entspannen?

Auch wenn wir unsere Leidenschaft zum Beruf gemacht haben, spielt sich ein Großteil unserer Arbeitszeit am Schreibtisch ab.
Gerade deswegen sind Drehtage und Events mit der Community stets eine willkommene Abwechslung, die wir durchaus genießen.

Die Redaktion bedankt sich bei Hecht&Barsch für das spannende Interview.

Sonntag, 14. Februar 2016

Zander angeln mit der Faulenzermethode - Teil 2

Zander am Gummifisch mit Bleikopf

Im ersten Teil der Zanderangeln - Reihe habt ihr erfahren, dass ihr bei einem neuen Gewässer auf den Rat älterer Angelkollegen hören solltet. Nun möchte ich euch erklären, mit welcher Technik ihr die Zander aus der Reserve locken könnt.

Zander mögen passiv geführte Gummiköder
Kleine Baby-Zander können manchmal echt zur Plage werden.

Bei der sogenannten Faulenzer-Methode führt ihr den Gummiköder am Bleikopf langsam über den Gewässergrund. Kurze Kurbelumdrehungen solltet ihr abrupt abstoppen, damit der Köder sich am Gewässergrund ablegen kann. Im Idealfall steht der Bleikopf am Grund, während der Gummi in Richtung Wasseroberfläche ragt. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass Zander und Großbarsche gerne solche Happen vom Gewässergrund aufsammeln. Mit kurzen Kurbelumdrehungen verleiht ihr dem Köder die nötige Bewegung. Es sollte so aussehen, als ob ein verletzter Beutefisch immer wieder nach oben schwimmen will, aufgrund seiner Verletzung aber wieder zum Gewässergrund taumelt. Kapitale Räuber bevorzugen diese passive Köderführung, weil es ihnen aus biologischer Sicht einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Artgenossen bietet. Kleine Barsche, Hechte und Zander jagen überwiegend im Freiwasser und verbrauchen viel Energie. Außerdem steigt das Risiko, dass sie sich bei ihren Jagdzügen verletzen. Passive Räuber werden hingegen steinalt, weil sie nur Nahrung aufsammeln, die nahezu leblos am Gewässergrund taumeln. Das vermindert Energieverbrauch und Verletzungsgefahr, erhöht gleichzeitig aber auch die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Zanderangler fischen oft im Trüben
War zwar nicht der Zielfisch beim Zanderangeln - aber wer freut sich nicht über einen schönen Hecht?

Wenn die Bedingungen stimmen, geht es oft Schlag auf Schlag. Bei meinem Havel-Besuch konnte ich fünf Zander überlisten. Ein Hecht ist ebenfalls noch eingestiegen. Euphorisiert von dem "Tock", einem typischen Schlag im Ratenschaft, wenn Zander anbeißen, hatte ich es zwei Tage später erneut probiert. Und wie ihr euch sicher vorstellen könnt, sah es da schon wieder ganz anders aus. Oft sind es die ersten Würfe, die euch zeigen, ob der Angeltag Erfolg verspricht. Befördert den Gummi an die Fahrrinnenkante und lasst ihn absinken! Haltet Spannung und erfühlt den Gewässeruntergrund! Leichte Ruten und hochwertige Rollen ermöglichen euch eine lange und schmerzfreie Fischerei, die mehrere Stunden gehen kann. Wenn dann endlich ein Zander anklopft, solltet ihr unverzüglich anschlagen. Entweder der Haken sitzt und ihr bekommt einen schönen Drill oder der Anhieb geht ins Leere. Falls ihr das Gewässer noch nicht so gut kennt, wird es auch passieren, dass ihr ab und zu ein Klopfen verspürt, anschlagt und die Schnur plötzlich auf Spannung ist. Hänger sind an der Tagesordnung. Ein osteuropäischer Angelkollege, der täglich an der Havel fischt, kennt darauf nur eine Antwort: 

"Wir müssen die Wirtschaft ankurbeln!"

Gummifischkleber repariert zerbissene Köder.



Also plant ruhig ein paar mehr Bleiköpfe unterschiedlichster Gewichtsklassen ein. Besorgt euch stintähnliche Gummiköder und dann ab ans Wasser mit euch! Viel Erfolg beim Zander angeln!       

Du hast keine Ahnung vom Angeln oder kennst jemanden, der dringend Nachhilfe bräuchte?

Angeln für Ahnungslose: Einstieg ins Hobby

> Technik, Taktik, tolle Fänge – endlich Ahnung vom Angeln!
> Das kompakte moderne Praxisbuch für Einsteiger.
In diesem Buch erfahren moderne Angler alles, was sie für ihren perfekten Einstieg wissen müssen: Welche Ausrüstung brauche ich? Welche Angeltechniken gibt es und welche ist für mich die richtige? Wo auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken kann ich mich mit Gleichgesinnten austauschen? Welche Apps eignen sich für mich? Alle Themen werden leicht verständlich mit anschaulichen Fotos erläutert.